Fleischindustrie: Verbot von Werkverträgen verbessert Arbeitsbedingungen deutlich
26.03.2025 | Stern
Das Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie zeigt Wirkung: Eine Studie belegt, dass sich die Arbeitsbedingungen verbessert haben. Die meisten ehemals bei Subunternehmen angestellten Arbeiter*innen wurden direkt von den Fleischbetrieben übernommen.
Die Fleischindustrie stand während der Corona-Pandemie 2020 in der Kritik, da Arbeitsmigrant*innen aus Osteuropa oft unter schlechten Bedingungen beschäftigt wurden. Um diese Ausbeutung zu stoppen, verbot die damalige Regierung Werkverträge. Dadurch wurden die meisten Arbeiter*innen nun direkt bei den Unternehmen angestellt, wie eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. Dies hat zwar klare Verantwortlichkeiten geschaffen, doch viele Arbeitsverträge sind befristet und die Löhne niedrig. Laut Forschenden wurden die schlimmsten Ausbeutungsformen beseitigt, doch die Arbeitsbedingungen liegen weiterhin nur knapp über dem gesetzlichen Mindeststandard. Eine nachhaltige Verbesserung erfordert branchenweite Tarifverträge, so das Fazit der Studie.